Big Brother schaut bei Medikamenteneinnahme zu
Technischer Fortschritt macht unser Leben leichter. Aber er macht es leider auch häufig leichter überwachbar, wie diese Spezialentwicklung für Medikamente zeigt. Wer tatsächlich auf die Einnahme von bestimmten Medikamenten unbedingt angewiesen ist, der hat auch heute schon zahlreiche Möglichkeiten, um seine Pilleneinnahme nicht zu vergessen. Für wen – außer für Überwachungsfetischisten – sollte dieses System daher sinnvoll sein?
Der Artikel offenbart zwischen den Zeilen bereits, welche Zielgruppe anvisiert wird: Es sind die Patienten, welche Psychopharmaka schlucken oder schlucken müssen. Von solchen Menschen geht mitunter tatsächlich eine große Gefahr aus – die Frage ist nur, ob mit oder ohne Pillen. Immer dann nämlich, wenn von irgendwelchen Amokläufern die Rede ist, stellte sich im Nachhinein häufig heraus, dass diese in psychiatrischer Behandlung standen. Doch waren hier nicht eher die Medikamente selbst und nicht die Verweigerung der Einnahme von Medikamenten die eigentliche Ursache?
Ein solches System zur Einnahmeüberwachung von irgendwelchen Pillen macht durchaus Sinn, wenn es beispielsweise um die massenhafte Verabreichung irgendwelcher ruhigstellenden Medikamente geht und nicht alle Patienten täglich unter Aufsicht die jeweiligen Medikamente verabreicht werden können. Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt, so könnte das bereits im Falle von Aufständen dazu dienen, die Unruhestifter ruhig zu stellen. Nur, wer von diesen Menschen, die ja psychisch betrachtet überhaupt nicht wirklich “krank” sind, sondern sich lediglich nicht systemkonform verhalten, würde wohl freiwillig bei diesem Pillen-Big-Brother mitspielen?
Zwar könnten diverse Alarmierungsmechanismen auf Basis dieses Systems dazu führen, dass bei Einnahmeverweigerung der Patient von einem “Betreuer” persönlich aufgesucht und die ruhigstellende Dosis manuell – bzw. mittels roher Gewalt – verabreicht wird. Doch der Artikel beschreibt es schon: Wie soll verhindert werden, dass die Chip-Pillen nicht an den armen Hund, die Hauskatze oder ein Glas mit Essigwasser “verfüttert” wird?
Ob diese technische Wunderpille nun eine reale Bedrohung für die Freiheit der Bürger darstellt, sei einmal dahingestellt. Offensichtlich ist jedoch, dass der Drang zu immer mehr und immer massiverer Überwachung stark zunimmt. Im Speziellen wird dies besonders seitens der Regierungen forciert. Keine gute Entwicklung, schon gar nicht in den angeblich so freien westlichen Staaten.


Das sollte besser schnelle Verbreitung finden:
http://www.faz.net/aktuell/pol...60677.html