Wenn Inflation in Wahrheit gar nicht durch hemmungslose Gelddruckerei entsteht, wieso wehrt sich die Bundesbank dann so energisch gegen die Maßnahmen und Pläne der EZB? Kann die Geldmenge tatsächlich beliebig erhöht werden, ohne dass die Inflation in nennenswertem Ausmaße steigt? Oder wird uns hier nur wieder eine Art Beruhigungspille verabreicht?
In kurzfristigen Zeiträumen mag diese Annahme der ausbleibenden Inflation trotz ständiger Geldvermehrung zwar durchaus in Teilen richtig sein, aber langfristig löst zusätzlich und ohne entsprechende Güter oder Dienstleistungen in Umlauf gebrachtes Geld natürlich immer eine Inflation aus. Wenn plötzlich mehr Tauschmittel als Waren vorhanden sind – und ein solches sollte Geld im Grunde ja sein -, dann müssen zum Kauf dieser Waren auch mehr Tauschmittel aufgebracht werden.
Nur weil derzeit die Inflation nicht mit derselben Geschwindigkeit steigt, wie die Euroretter ihre bereits scheintote Währung mit Billion um Billion weiter verwässeren, heißt das noch lange nicht, dass es keine Inflation gäbe. Zum einen sind die offiziellen Zahlen der Regierung sowieso stark geschönt und reine Lügenpropaganda, um die Masse der Bürger mit einer vermeintlich minimalen Inflationsrate ruhig zu halten und zum anderen kommt die Inflationswelle erst noch richtig in Fahrt.
Die wahre Gefahr einer Inflation oder Hyperinflation speziell in der Eurozone droht jedoch von anderer Seite. Geld in Form von bunt bedruckten Papierzetteln basiert nämlich immer nur auf Vertrauen. Einzig und allein besteht sein “Wert” darin, dass sich alle Marktteilnehmer entweder freiwillig auf ein solches Zahlungsmittel geeinigt haben oder per Gesetz dazu verpflichtet wurden, Waren und Dienstleistungen nur gegen dieses bunte Papier zu handeln. Das funktioniert prinzipiell auch sehr gut – solange das notwendige Vertrauen vorhanden ist.
Schwindet jenes jedoch, eben weil offensichtlich wird, dass durch ungehemmtes Gelddrucken bestimmter Marktteilnehmer die Menge der bunten Zettel im System ständig steigt, während es nicht mehr oder sogar weniger Waren als Tauschgegenstände gibt, dann entsteht ein Effekt, welcher den “Wert” des vereinbarten Geldes entweder allmählich oder sogar ziemlich schnell in Richtung des eigentlichen Wertes des bedruckten Papiers selbst bringt, welcher bei nahezu Null liegt.
Dieser Effekt heißt Inflation oder auch Hyperinflation. Immer weniger Marktteilnehmer haben dabei noch uneingeschränktes Vertrauen in das bunte “Geld” und versuchen, es gegen tatsächlich werthaltige Waren einzutauschen. Es beginnt quasi eine Art “Reise nach Jerusalem”, wobei die Geldumlaufgeschwindigkeit stetig steigt und jeder hofft, beim Stopp der Musik noch einen Sitzplatz bzw. echten Gegenwert für sein “Geld” zu ergattern. Ähnlich wie beim Spiel “Schwarzer Peter” versucht jeder Marktteilnehmer, seine Euros schnellstmöglich einem anderen anzudrehen, um am Ende nicht auf dem bunten Papier sitzenzubleiben.
Wenn die Masse jedoch eines Tages plötzlich erkennt, dass ihr Bargeld, ihre Sparvermögen und sämtliche sogenannten “Anlageprodukte” in Euro lediglich auf dem Glauben an den Wert bunt bedruckten Papiers basieren, dann könnte es mit dem Vertrauen schlagartig vorbei sein. Wie ein immer stärker ansteigender Tsunami bahnt sich dann eine gigantische Geldwelle ihren Weg durch den Markt und jeder versucht, möglichst schnell sein gesamtes Papier loszuwerden und gegen reale Werte einzutauschen. Dieser Prozess ist unter dem Namen Hyperinflation bekannt.
Wer also meint, er müsse sich trotz der vielen neu gedruckten Billionen Euro wegen der bislang offiziell ausbleibenden Inflation keine Sorgen machen, dem könnte demnächst ein böses Erwachen blühen, weil er erst zu spät erkennt, einer derjenigen Verlierer zu sein, die noch immer den Schwarzen Peter in ihrer Tasche haben.


Sehr gut beschrieben!
Im Internet finden sich zur Zeit vermehrt Verharmlosungen oder Gegenteilige Behauptungen zur Inflationsgefahr.
Natürlich macht Gelddrucken Inflation.Die Frage ist nur in welchen Bereichen dies zuerst sichtbar wird.
Nachdem das Geld bei den Geschäftbanken angelangt ist, wird es zum Teil wieder neu verliehen und steht dem Kapitalmarkt (auch für weitere Spekulationen zu Verfügung).Auf alle diese folgenden Geschäfte /Kredite usw werden wieder Zinsen fällig(vom Schuldner).Diese Zinsen sorgen dann für einen weitern Preisanstieg bei der Produktion/Wirtschaft.
Die Banken sind sogar bestrebt möglichst viel Buchgeld in Verkehr zu bringen um ihre Verluste durch die normale Inflation auszugleichen.Dies geschieht dann durch besonders billige Kredite oder Beteiligungen mit noch so kleinen Zinseffekten.Nur die nicht Verleihbaren Summen werden bei den Zentralbanken geparkt.
Außerdem erhöht sich die Nachfrage erst einmal nur für bestimmte Produkte und Dienstleistungen da die Banken ihr Geld erst einmal nur in bestimmte Anlageformen investieren können (Immobilien/Sachwerte).
Das Geld welches nun ja buchbar vorhanden ist, wird für Aktienkäufe,Gold,Immobilenkäufe kurz vermeintliche Sachwerte ausgegeben.
Leider sehen Sie diese Art von Waren und Diensleistungen natürlich nicht in dem für die Inflationsberechnung herangezogenen Warenkorb.
Die Institute die nun über dieses Buchgeld verfügen können, investieren es ja in völlig anderen Bereichen.Dort sorgt die erhöhte Nachfrage nun natürlich für Preisanstiege.
Schauen Sie sich nur die Immobilenpreise und Edelmetallmarkt an.
Der Kauf von zum Beispiel Immobilien zieht dann weitere Investitionen nach sich.So werden diese zur Zeit auch häufig gleich saniert und aufgewertet, weil eben das eigene Geld weg muss.
Wenn es nicht ausreicht kann man zur Zeit ja einen günstigen Kredit nehmen(und hier ist die Geschäftsbank dem Investor gern behilflich mit billigem Zentralbank Geld).
Die Kosten für solche Sanierungen und die damit verbundenen Waren und Dienstleistungen hierfür sind dadurch natürlich bereits gestiegen.
Sie werden kaum eine Baufirma finden welche Ihnen noch einen Preisnachlass gewährt, da Sie komplett ausgelastet sind und zur Zeit sehr gut verdienen.
Überprüfen Sie es selbst un befragen Sie Immonilienmakler und Bauunternehmer in Ihrem Freundeskreis.
Das Geld das diese Leute nun verdienen wird schlieslich auch wieder ausgegeben am Markt und verkonsumiert.
Dies stellt nur Teilbereiche dar in welchen bereits starke Inflation/Preisanstieg herrschen.
Die Inflation ist also da, aber bis jetzt nur in wenigen Bereichen sichtbar.