Wirtschaft

Industrieumsatz bricht ein: Euro würgt die Wirtschaft

www.manager-magazin.de
9
August 2012
12:56
Zitat von www.manager-magazin.de:
meint dazu:

Wie robust das deutsche Exportgeschäft tatsächlich ist, wird sich demnächst zeigen, wenn das ebenfalls schwächelnde Nicht-Euro-Ausland in die Fußstapfen der stark rezessierenden Eurostaaten tritt. Obwohl all die Ökonomen und Wirtschafts-”Experten” sonst immer von den positiven Auswirkungen einer globalisierten Wirtschaft schwadronieren, scheinen sie zu übersehen, dass dies im Besonderen auch in schlechten Zeiten gilt.

Noch mögen die Großen davon profitieren, weltweit tätig zu sein und ihre guten und weniger guten Geschäfte untereinander gegenrechnen zu können. Sobald jedoch die schlechten Geschäfte überwiegen, geht es mit diesen Unternehmen genauso schnell bergab, wie mit dem weniger globalisierten Rest schon heute.

Es ist erstaunlich, wie blind sich die Riege der angeblichen Wirtschaftsfachleute gegenüber der Realität verhält. Anstatt zu erkennen, was der aktuelle Auftragsrückgang von 20% aus der Eurozone mittelfristig bedeutet, betrachten sie in erster Linie nur die scheinbar geringen Einbrüche des Gesamtumsatzes der letzten Monate und hoffen wohl, dass sich diese dramatischen Entwicklungen wieder von selbst in Luft auflösen und sich keinesfalls auf Bereiche außerhalb von Europa ausweiten werden.

Doch genauso wie unser Industriestandort unter dem sterbenden Euro leidet, sind natürlich auch alle anderen Länder weltweit davon betroffen, welche mit der Eurozone in wirtschaftlichen Verflechtungen stehen. Das daraus resultierende negative Wirtschaftswachstum wird in diesen Nicht-Euro-Staaten wiederum für weniger Nachfrage nach Produkten aus der BRD sorgen und so stirbt auch dieser vermeintliche Hoffnungsmarkt unserer Exportwirtschaft indirekt an den Folgen des Euro, nur zeitlich etwas verzögert.

Wer noch immer davon ausgeht, wir würden am Ende nicht auch von den Pleitestaaten mit in den Abgrund hinabgezogen, selbst wenn die BRD durch ein überraschendes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gegen den ESM ihren Kopf zumindest aus dieser Schlinge ziehen könnte, wird sich bald wundern, auf welch vielfältige Weise sich diese historische Krise noch ihren Weg ins Land des angeblich unaufhörlichen und soliden XXL-Aufschwungs bahnen wird.

Diese Megakrise kommt auch zu uns, es wird lediglich etwas länger dauern und der Absturz wird von einem höheren Niveau und mit viel größerer Geschwindigkeit geschehen. So sehr die starke Exportabhängigkeit unserer Wirtschaft uns bislang vermeintlich vor der Krise bewahrt hat, so schwer werden schlussendlich die Auswirkungen sein, wenn die Krise sich auf die globalisierte Wirtschaft ausgeweitet hat. Mitgefangen – mitgehangen.

Weitere Artikel aus dem Themenbereich Wirtschaft »

Ihr Kommentar