Crash

Rette sich, wer kann: Italien will unter den Rettungsschirm

de.reuters.com
11
Juli 2012
10:23
Zitat von de.reuters.com:
meint dazu:

Wieviele der Euroländer wollen eigentlich noch unter die diversen “Rettungsschirme”? Warum schlüpfen nicht einfach alle 17 – außer der BRD, einer muss schließlich bezahlen – gleich jetzt und sofort unter die wärmende Finanzdecke? Dann könnten sich die Eurokraten endlich ihre sinnlosen Krisen- und Rettungsgipfel sparen und das Problem wäre endgültig beseitigt.

Eine rein rhetorische Frage, natürlich, aber wie sieht es denn in Wirklichkeit aus? Sind nicht sämtliche dieser Stützungsmechanismen bereits mit Spanien völlig überfordert? Von Italien ganz zu schweigen, einen solchen Schirm kann keines der Euroländer finanzieren. Das müsste eigentlich auch Italiens undemokratisch ins Amt gehievtem Ministerpräsidenten Mario Monti klar sein.

Was also möchte uns der Regierungschef mit seiner vielsagenden Erklärung mitteilen? Und inwiefern sind die Rettungsfonds wie für Italien geschaffen? Ist das vielleicht Insidersprache von Goldman Sachs oder tatsächlich die verzweifelte Bitte um Hilfe, nur möglichst unaufgeregt vorgetragen?

Tatsache ist, dass die Refinanzierung Italiens an den Märkten seit Ende Mai 2012 sehr teuer wurde, die zu zahlenden Zinsen schwanken ständig um die sechs Prozent. Das Land ist damit quasi vollständig bankrott. Ist sich Monti bewusst, dass auch seinem Land demnächst der Durchbruch der Todeszone von sieben Prozent bevorsteht? Doch mit welchem Trick wollen sich die Eurokraten in diesem Fall aus der Affäre ziehen?

Der Versuch Spaniens, seine Banken direkt aus dem Rettungsschirm und nicht über den Staat stützen zu lassen, hat nicht viel genützt. Zum einen befinden sich die Zinsen nach einer kurzen Verschnaufpause von wenigen Tagen bereits wieder in genannter Todeszone und zum anderen wird die Hilfe für die Banken sowieso erst mit großer Verspätung kommen. Die Marktteilnehmer mögen vordergründig zwar blind und ignorant sein, aber ob sie denselben Unsinn nun bei Italien ein zweites Mal schlucken werden, ist dann doch zu bezweifeln.

Es ist und bleibt spannend, wie das europäische Schmierentheater weitergehen wird. Wenn wir uns die vergangenen Monate betrachten, dann erkennen wir eine ständige Steigerung der Ereignisse. Sofern sich diese Eskalation in der bisherigen Form fortsetzt – wovon auszugehen ist -, dann werden die kommenden Monate sehr kritisch und insbesondere existenziell für die Länder Europas.

Eine wirkliche Lösung der Systemkrise ist sowieso nicht mehr möglich, insofern bleibt nur noch der große Knall, denn einem einigermaßen sanften Abbremsen vor dem Sturz in den Abgrund stehen fast überall sämtliche Regierungsmitglieder bewusst im Weg. Diese Leute fahren Europa mit Vollgas gegen die Wand, aber weil sie ganz vorne im Cockpit sitzen, wird es sie auch ganz sicher selbst schwer treffen. Ein Lichtblick für uns? Wohl kaum.

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2 Leserkommentare zum Artikel:

  • TK 13

    Der glaubhaft gemacht,dumme Deutsche ist wohl in der Lage sich bei
    Einschränkung auf ein nicht so übertriebenen Lebensstandard selbst und in den eigenen Grenzen komplett zu versorgen. Spätestens dann wenn Fremde begreifen sollten, dass Sie hier mehr tun müssen als beim Amt ihren Lebensunterhalt zu erbetteln.Arbeit wird bald wieder für Alle genug da sein,und da trennt sie die Spreu vom Weizen. Dann gibt es nichts mehr umsonst.
    Über das nicht darstellbare Szenario werden wir zur Wahrheit und Freiheit gelangen und dass ist gut so.
    Gott schütze Deutschland

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