Gesellschaft

Kinder-Obhut: Jugendämter mit zweifelhaftem Engagement

www.abendblatt.de
5
Juli 2012
15:56
Zitat von www.abendblatt.de:

Im vergangenen Jahr haben die Jugendämter in Deutschland 38.500 Kinder und Jugendliche zu deren Schutz kurzzeitig in Obhut genommen. Das waren rund 2.100 mehr als 2010 (plus sechs Prozent), wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

[...]

Für 10.400 Kinder und Jugendliche (27 Prozent) wurde nach Angaben des Bundesamtes 2011 eine Erziehung außerhalb des Elternhauses eingeleitet, etwa in einer Pflegefamilie oder in einem Heim. In 4.700 (zwölf Prozent) der Fälle wurde eine sonstige stationäre Hilfe wie in einem Krankenhaus oder in der Psychiatrie veranlasst. 15.800 Jugendliche (41 Prozent) kehrten nach der Inobhutnahme zu den Sorgeberechtigten zurück.

meint dazu:

Auf den ersten Blick deuten diese Zahlen auf schlimmste Zustände in unseren Familien hin. In Anbetracht der stetigen Zunahme von staatlicher Erziehung der Kinder in entsprechenden Aufzuchtanstalten – offiziell als Kindertagesstätten bezeichnet – von inzwischen zwei Jahren und noch früher an sowie der allgegenwärtigen Einmischung der Behörden in private Angelegenheiten, ist diese Entwicklung andererseits wenig verwunderlich.

Zweifellos gibt es beklagenswerte bis hin zu katastrophalen Zuständen in den heutigen Familien, bei denen die Kinder durch den Eingriff seitens des Jugendamtes vor Schlimmerem bewahrt werden können. Den jeweils entsprechend aufgebauschten Medienberichten dieser Einzelfälle zufolge und zusätzlich durch das passende Unterschichten-Doku-Fernsehen scheinbar untermauert, bekommt der Bürger sogar das Gefühl, dass nahezu jede Familie eine Gefahr für die eigenen Kinder darstellt, sobald der Staat den Eltern nicht ständig auf die Finger schaut.

Wenn wir uns allerdings die Anzahl der Rückkehrer aus der Inobhutnahme von über 40% betrachten, dann erkennen wir hier hauptsächlich eines: Panische Angst der Behördenmitarbeiter, versehentlich einen Fehler zu machen und daher lieber einmal zu viel als zu wenig einzugreifen. Zu solchem spontanen Handeln bedarf es auch keiner großartigen Vorgeschichte. Einfache Glaubhaftmachung genügt, eine Gegenprüfung erfolgt immer später und meist erst vor Gericht.

Schon eine wütende Mutter kann auf diese Weise Rache am Vater ihres Kindes nehmen, indem ihm schlicht irgendwelche erfundenen Dinge unterstellt werden, welche das Kind scheinbar gefährden. Das Jugendamt kommt dann mit dem Gerichtsbeschluss schneller an als die Feuerwehr, doch der Vater wiederum hat danach möglicherweise Jahre an behördlichen Kämpfen vor sich, bevor er sein Kind wiedersehen darf.

Auch übermäßig gutmenschliche Nachbarn oder sonstige, sich wichtig machende Denunzianten bringen heute schnell das Jugendamt auf den Plan, wenn eine einfache Ohrfeige oder ein lauter Streit beobachtet wird. Schließlich neigen gerade militante Verfechter der antiautoritären Erziehung dazu, ihre kranke Lebensphilosophie der Allgemeinheit aufzwingen zu wollen – natürlich in höchst autoritärem Ton.

In ständiger Angst davor, einen wirklichen Fall von Kindesmisshandlung zu übersehen und anschließend einem medialen Spießrutenlaufen ausgesetzt zu sein, agieren die Jugendämter häufig schon beim geringsten Verdacht und stürzen manche normale Familie in eine Beinahe-Katastrophe. Gerade für kleine Kinder ist das zwangsweise Entreißen der Eltern ein Horrorerlebnis, welches sie nie wieder vergessen werden. Außerdem leben sie ab diesem Zeitpunkt in ständiger Angst vor einer Wiederholung dieses traumatischen Ereignisses.

Dort, wo die Kinder brav in staatliche Obhut abgetreten werden und bereits mit zwei Jahren teilweise acht Stunden oder länger wie ein Vollzeitarbeitnehmer ihre Zeit in den Aufzuchtanstalten verbringen müssen, greift selbstverständlich kein Jugendamt ein. Diese systematische Entfremdung der Kinder von ihren Eltern stellt dabei in Wahrheit die größte Gefahr für unsere Kinder dar. Doch Vorsicht: Bereits diese Äußerung wird sofort als “rechtes” Gedankengut verunglimpft.

Wer sich dagegen nicht von der politisch korrekten Fraktion bevormunden lässt und seine Kinder nicht nur in Liebe erzieht, sondern sie sogar zu Hause selbst unterrichtet, der wird geächtet wie Freiwild und muss jederzeit damit rechnen, seine Kinder dauerhaft entrissen zu bekommen. Behörden und Gerichte arbeiten hier Hand in Hand, offensichtlich im Glauben, etwas Gutes zu tun.

Leider läuft diese Entwicklung bislang uneingeschränkt weiter in Richtung systematischer Bevormundung der Bürger und Zerstörung der Familie, sodass es für “Quertreiber”, die aus welchem Grunde auch immer auffallen, immer schneller zu Ärger mit den Behörden kommt. Die wirklichen Fälle von Kindesmisshandlung werden dagegen heute sicherlich nicht häufiger enttarnt und beseitigt wie vor 30 Jahren. Aber darum geht es schließlich auch gar nicht, sondern nur noch um Paragraphen und Prinzipien ohne Bezug zur Realität.

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Ein Leserkommentar zum Artikel:

  • Nikodemus

    Dem vernehmen nach, soll das heute genauso schnell gehen wie früher zu Margot Honeckers Zeiten…

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