Politik

Großbritannien nähert sich langsam dem EU-Austritt

www.sueddeutsche.de
3
Juli 2012
11:56
Zitat von www.sueddeutsche.de:
meint dazu:

Obwohl Euro und EU wahrlich keine große Zukunft mehr vor sich haben, gibt es in sämtlichen EU-Mitgliedsstaaten immer noch unfassbar unterwürfige Speichellecker in den politischen Chefetagen, die lieber heute als morgen die EU als Ersatz für jegliche nationalstaatliche Souveränität umgesetzt sähen. Zwar gibt es auch fast überall eine EU-kritische Opposition, aber eine der stärksten sitzt in Großbritannien.

Der Inselstaat wird am Ende nicht das einzige Land sein, welches aus der EU austreten will, denn wer möchte schon gerne ganz vorne mit dabei sein, wenn eine solche Institution ihren Untergang feiert? Nicht nur die mögliche Schmach, das Problem zu spät erkannt und auf ein totes Pferd gesetzt zu haben, sondern auch die Gefahr, mitsamt dem sinkenden Kahn in die Tiefe gerissen zu werden, treibt die britischen Konservativen um.

Insofern ist es schlau, sich jetzt noch schnell aus der EU zu verabschieden, denn entweder dieses marode Gebilde zerbricht in Kürze sowieso vollständig oder es wird vor dem Zerfall noch zu einer echten Diktatur “weiterentwickelt” und erst dann untergehen. Wer das nicht wahrhaben will, muss dann eben damit rechnen, echtes Titanic-Erleben zu erfahren.

Allerdings könnten die Briten mit ihrer Volksabstimmung über den weiteren Verbleib in der EU trotzdem viel zu spät kommen, denn wer weiß schon, ob 2015 die EU also solche überhaupt noch bestehen wird – den Euro wird es bis dahin nämlich nicht mehr geben. Möglicherweise wird der Kollaps des Euro die EU auch zeitgleich in Stücke reißen. Es ist allerdings ziemlich schwierig, über diesen Todeskandidaten eine treffende Prognose abzugeben, wann und auf welche Weise er schlussendlich ableben wird.

Eine kürzliche Umfrage in der BRD beweist, dass diese letzte Stunde der EU für viele Menschen völlig überraschend kommen wird. 43% sprachen sich dabei nämlich für ein stärkeres Zusammenwachsen in Form der “Vereinigten Staaten von Europa” aus, unter den Ökofaschisten lag der Wert sogar bei 55%. Wir sind also meilenweit von britischen Zuständen entfernt, auch wenn 52% der Bundesbürger eine weitere Machtübertragung an Brüssel prinzipiell ablehnen. Etwas dagegen zu unternehmen kommt diesen Leute trotzdem nicht in den Sinn, indem sie weiterhin die Hochverräter wählen.

Wäre Großbritannien nicht selbst ein echtes Pleiteland und quasi schon deindustrialisiert, könnte es neben der Schweiz fast als weiteres Auswanderungsland für EU-Flüchtlinge gelten. Aber noch beherrscht die EUdSSR den Kontinent und wird diese Macht sicherlich bis wenige Sekunden vor ihrem Untergang behalten.

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2 Leserkommentare zum Artikel:

  • Matt Sorum

    Wird alles schon in Weizsäckers “Der bedrohte Friede” beschrieben. Breite Arbeitslosigkeit, die Verarmung der Massen, alles ab den 1990ern bzw 2008 zu beobachten. Und jede Initiative führt zu mehr Dumpinglöhnen. Ein Kerneuropa, das gegen die Fronten USA, BRIC und vielleicht Russland antritt, macht Sinn, aber nicht mit Griechenland oder dem jetzt schwankenden Moldawien im Verband!

  • Simple

    GB will nicht mehr dabei sein weil sie noch ihr eigenes Geld drucken koennen und weiterhin die Banker die Faeden in der Hand haben, es ist reichlich naiv zu denken, dass die den Zerfall der EU vorhersehen – die globale “Bankerelite” hat das doch schon inszeniert. Grade bekommt Barclay’s boss das Fett ab aber im Grunde sind sie alle mit drin und haben die “Politik” in der Hand. Cameron (Tory) und Clegg (Liberal) beide waren von den Bilderbergern eingeladen, neben den ueblichen Ratten und da haben die ihren Marschbefehl bekommen.

    GB will weiterhin das Finanzzentrum in Europa bleiben und hat sicher schon alles in der Schublade und wenn die EU weg ist stehen die mit der Loesung aller Probleme da und es geht wieder von vorne los.

    Alles Keynes aber kein Hayek. Da werden auf die schnelle wieder ein paar Milliarden gedruckt oder digital erschaffen und weiter geht es dem naechsten Boom and Bust entgegen.

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