Inflation

Verzweifelte EZB: Zinssenkung soll Wirtschaft beleben

www.welt.de
29
Juni 2012
15:38
Zitat von www.welt.de:
meint dazu:

Weil der Ölpreis deutlich gesunken ist – an den Tankstellen ist davon wegen das sterbenden Euros allerdings nicht viel zu spüren – und die Inflation daher angeblich stark zurückgegangen sei, soll die kommende Leitzinssenkung indirekt der Wirtschaft zugute kommen. Es ist allerdings wenig wahrscheinlich, dass diese Rechnung tatsächlich aufgeht, weil die Konsumenten nämlich gleich doppelt darunter leiden werden.

Die Idee ist einfach und funktioniert in einem einigermaßen intakten Markt sicherlich auch weitgehend. Wenn die Zinsen derart niedrig sind, dass sich Sparen nicht mehr wirklich lohnt, sucht sich das Geld quasi automatisch andere Wege. Bei dem Vorhaben gibt es jedoch ein kleines Problem: Unsere Wirtschaft ist bereits am Ende, die Teilnehmer sind zum größten Teil überschuldet und aufgrund der negativen Aussichten macht Investieren nur wenig bis gar keinen Sinn.

Es stellt sich somit die Frage: Wohin wird das billige Geld denn dann fließen, wenn die Konsumenten keinen Bedarf an Krediten haben und die Unternehmen aus demselben Grund starke Zurückhaltung bei Investitionen üben? Werden die Rohstoffpreise wieder steigen, wird noch wilder an den Börsen spekuliert, sodass trotz Krise die Kurse weiter steigen oder werden sich hier und dort ganz neue Blasen bilden?

Wenn auf diese Weise die vielen neuen Milliarden Euro zur Zirkulation gezwungen werden, welche die EZB in den vergangenen Monaten in den Markt pumpte und die zum Teil bislang wieder bei ihr geparkt oder sonstwie zwischengelagert werden, dann steigen fast sämtliche Verbraucherpreise, die Inflation nimmt zu. Dies würde allerdings wirklich nicht dazu beitragen, die Wirtschaft anzukurbeln, ganz im Gegenteil.

Und in der Tat würden die Sparer damit gleich doppelt bestraft, denn Zinsen können sie mit ihrem Sparguthaben so gut wie keine mehr erwirtschaften – sogar negative Zinsen sind denkbar -, während sie gleichzeitig überall Preissteigerungen verkraften müssen.

Helfen würde die Zinssenkung also in erster Linie nur wieder den Banken. Andererseits, wer hätte schon etwas anderes erwartet? Kapital hilft eben Kapital und ein Gauner kommt selten allein. Die wirkliche Macht liegt schließlich nicht in den Händen der Politik, sondern bei der Hochfinanz. Wer das Geld hat, hat die Macht.

Je niedriger die Zinsen, desto höher die Schulden bei Staaten, Unternehmen und Privathaushalten und desto größer auch die Fallhöhe, wenn das ganze System schlussendlich in sich zusammenbricht. Es scheint kein Zufall zu sein, dass genau darauf hingearbeitet wird, das große Finale möglichst gigantisch werden zu lassen, denn jeder normale Mensch würde versuchen, noch möglichst stark abzubremsen, bevor der Karren gegen die Wand fährt. Den Mächtigen liegt jedoch daran, zunächst ein weltweites historisches Chaos anzurichten, damit sich anschließend die Neue Weltordnung durchsetzen lässt.

Für jeden klar denkenden Menschen kann daher nur die Devise lauten: Raus aus allem Papiervermögen und rein in sichere Werte. Außerdem sollte unbedingt dafür gesorgt werden, einen längeren Totalzusammenbruch möglichst ohne Hunger durchstehen zu können. Das Unvermeidliche wird nämlich wirklich kommen, wir wissen lediglich noch nicht, wann es soweit sein wird.

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2 Leserkommentare zum Artikel:

  • Jürgen

    Richtig erkannt. Es ist nur die Fallhöhe welche noch optimiert wird.
    Es läuft alles nach plan…..

  • Reto

    Zuerst Japan, dann die USA und jetzt die EU… nun sind alle drei grossen westlichen Volkswirtschaften ausgeblutet. Die Staatsschulden sind unbezahlbar, die unvorstellbare Geldschwemme wird unsere Ersparnisse vernichten und das wichtigste Instrument der Notenbanken (Zinssenkung) ist wirkungslos. Kaum ist die letzte Rezession vorbei, steht die nächste vor der Tür. Und das Volk vergnügt sich weiter…

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