Automobilbranche in Not: Absturz steht bevor
Die Krise beginnt wieder, immer größere Kreise zu ziehen und sich drastisch auf die Wirtschaft auszuwirken. 2008 wiederholt sich gerade und wird auch aufs Neue die XXL-Aufschwungrepublik betreffen. Den Eurorettern kommt es sicherlich nicht gut gelegen, neben den Pleitestaaten und -banken jetzt auch noch etliche Automobilhersteller vor dem Kollaps bewahren zu müssen.
Angeblich seien die deutschen “Nobelmarken” davon kaum betroffen, sie würden in Amerika und Asien sehr gut mit ihren Edelkarossen verdienen. Dass allerdings die USA und auch China nur kurz nach Europa ihren Absturz erleben werden, können sich diese “Experten” bislang offenbar nicht vorstellen. Nun, dieselben Leute sagten vor kurzem noch für Europa einen Wachstumstrend für die nächsten Jahre, ja für die BRD sogar unbefristet voraus.
Daraus wurde wohl nichts – und auch aus ihren restlichen Prognosen wird wie üblich nichts werden. Insbesondere die Autohersteller sind auf gigantische Summen an Kreditgeldern angewiesen, sowohl für sich selbst als auch zur Finanzierung für die Autokäufer, aber in beiden Fällen wird die Schuldenkrise jegliches Wachstum abwürgen und die Automobilwerke zu einem großen Teil vermutlich gänzlich zum Stillstand bringen.
In sehr vielen privaten Haushalten in Europa ist die finanzielle Situation entweder bereits so prekär oder schlicht nicht mehr darauf ausgelegt, einen Neu- oder Gebrauchtwagen in bar bezahlen zu können. Ohne Finanzierung ist damit quasi überhaupt kein Absatz möglich. Dasselbe gilt für Firmenwagen und das Leasinggeschäft. Zwar sind die Zinsen noch immer sehr niedrig, aber die Leute werden jetzt schon von ihren Schulden erdrückt oder üben starke Kaufzurückhaltung wegen der schlechten Aussichten.
Dies wirkt sich wiederum auf die Abwärtsspirale aus, sodass aus dem stark sinkenden Absatz Werksschließungen und Massenentlassungen resultieren werden. Weil die BRD außerdem überdurchschnittlich stark von der Automobilbranche abhängt, wird sich der bisherige wirtschaftliche Vorsprung vor den anderen Euro-Pleiteländern ziemlich schnell verkürzen.
Wenn hier nicht bald Milliardenstützen an diese Unternehmen ausgeschüttet werden, müssen wir mit neuen, sehr dunklen Wolken rechnen. Ob es noch etwas nützen wird bzw. ob diese Gelder überhaupt fließen werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hat sich der XXL-Aufschwung binnen kürzester Zeit in Luft aufgelöst und ab jetzt geht es nur noch in eine Richtung: Abwärts.

