Vorsorge

Bauern-Plünderungen: Spanien erfährt erste brutale Krisenfolgen

www.20min.ch
21
Juni 2012
11:52
Zitat von www.20min.ch:
meint dazu:

Spanien erfährt gerade einen äußerst rasanten Abwärtstrend mit immer höherer, existenzbedrohender Arbeitslosigkeit. Die Menschen müssen zwar noch nicht hungern, aber sie stehlen inzwischen sogar einfache Lebensmittel, um durch deren Weiterverkauf an Geld zu kommen. Es ist absehbar, dass der nächste Schritt, nämlich der Hungerdiebstahl, nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Für die spanische Gesamtwirtschaft stellt diese Entwicklung angeblich “keine erst zu nehmende Bedrohung dar”, weil die Landwirtschaft nur einen sehr geringen Anteil am Bruttoinlandsprodukt besäße. Doch dieser Rückschluss ist sehr kurzsichtig, denn selbst wenn die Wirtschaft richtig brummen würde, ohne ausreichende Lebensmittelversorgung hungert selbst der bestentwickelte Industriestaat ganz schnell.

Da sich die Journaille allerdings derart schlimme Konsequenzen in ihren warmen Büros noch immer nicht einmal vorstellen können, besteht in deren Augen selbstverständlich auch keine konkrete Gefahr. Notfalls werden die fehlenden Nahrungsmittel eben einfach importiert, so funktioniert das doch überall. Dass dies nach einem Crash oder dem Austritt aus dem Euro jedoch so gut wie unmöglich sein wird, findet in den linken Hirnen der Systemschreiberlinge leider keinen Platz. Noch nicht jedenfalls, aber vielleicht wird es sie der eigene Hunger in naher Zukunft ja lehren?

Nachdem bislang schon Griechenland ein echtes Musterexemplar für die kommenden Krisenfolgen auch bei uns darstellte, reiht sich nun Spanien in diese Riege der schlechten Vorbilder mit ein. Griechenland beispielsweise demonstrierte bereits sehr anschaulich, wie schnell sogar die Stromversorgung in einem entwickelten Land auf dem Spiel steht, und das nur weil die Rechnungen für den Rohstoffimport auf einmal nicht mehr bezahlt werden können. Während “guter Zeiten” war das noch völlig undenkbar.

In Spanien zeigt nun das ausartende Problem von Lebensmitteldiebstahl eine weitere und sehr bedrohliche Gefahr für die Bevölkerung in der Krise. Wer darauf vertraut, dass er im Supermarkt um die Ecke weiterhin zu günstigen Preisen zu jeder Zeit alles bekommen kann, was sein Herz begehrt, sollte noch einmal genau darüber nachdenken, ob er hier nicht vielleicht etwas übersehen hat:

Wird sein Einkommen weiterhin auf demselben Niveau und sein Arbeitsplatz erhalten bleiben? Werden die Preise für das Lebensnotwendigste weiterhin derart günstig sein? Wird das Angebot der Waren weiterhin uneingeschränkt verfügbar sein? Wird der Supermarkt überhaupt geöffnet haben?

Es ist wirklich höchste Zeit dafür, sich um diese Fragen ernsthafte Gedanken zu machen, denn wenn der Euro an den Klippen der Schuldenkrise erst einmal zerschellt ist und der Crash über Nacht unsere friedliche und bequeme Welt völlig auf den Kopf gestellt hat, ist es zu spät, um sich noch auf die kommenden Folgen vorzubereiten. Wie lange wir dafür noch Zeit haben, weiß niemand.

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