Crash

Wozu denn Hilfsgelder? Spanien geht es doch blendend

www.focus.de
11
April 2012
18:32
Zitat von www.focus.de:
meint dazu:

Selbst der gefühlt siebzehnte Rettungsschirm hat bislang nicht das gebracht, was die hilflosen Akteure bezweckt hatten, denn die Märkte verloren in den letzten Tagen wieder in größerem Ausmaß das Vertrauen in Italien und besonders Spanien. Die Verantwortlichen dementieren natürlich und lehnen sämtliche Hilfen ab.

Richtig so, auch Griechenland meinte ja zu Beginn, es könne die Krise spielend allein bewältigen. Das war vor etwa drei Jahren. Inzwischen ist das Land quasi offiziell pleite und trotz seiner bescheidenen wirtschaftlichen Größe in Relation zur Eurozone haben die bisherigen Rettungsversuche unglaubliche dreistellige Milliardensummen verschlungen. Ein echtes Fass ohne Boden.

Dennoch sind die Probleme nicht beseitigt und der Ausstieg aus dem Euro steht ebenfalls noch bevor, anders kommt Griechenland hier nicht mehr aus dem Jammertal heraus – was es zuvor in jedem Fall erst lange durchschreiten muss.

Nachdem sich nun jedoch Spanien als nächste große Katastrophe anzubahnen droht, fangen die Berufsretter schon wieder das große Zittern an. Der gerade erst beschlossene ESM-Schirm-Knebelvertrag ist viel zu klein, um damit den Fall Spaniens auch nur annähernd auffangen zu können – von Italien gar nicht zu reden. Wenn Spanien jetzt den griechischen Weg einschlägt, dann werden die damit einhergehenden finsteren Wolken die gesamte Eurozone am hellichten Tag völlig verdunkeln.

Die Gefahr ist imminent, der Eurocrash wird mit jedem Tag wahrscheinlicher. Zwar ist es durchaus möglich, diesen Moment nochmals hinauszuzögern, das gelang bisher ebenfalls erstaunlich häufig und verhältnismäßig lange. Aber der notwendige Aufwand im Verhältnis zur Dauer der jeweiligen “Rettung” wird immer gigantischer und die erkaufte Zeit gleichzeitig immer kürzer.

Wer auch jetzt noch darauf hofft oder sogar davon überzeugt ist, dass die Krise beendet werden könnte und wird, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Jeder andere wird sich hoffentlich bereits persönlich auf das eingestellt haben, was unweigerlich zu erwarten ist: Schlussendlich wird es die völlige Entwertung des Euro und der meisten anderen Währungen sein – ob per Crash oder drastischer Inflation ist noch gar nicht absehbar. Die damit verbundenen Folgen werden überall mehr oder weniger verheerend sein.

Daher sollte jetzt dringend alles Vermögen in Papierform in eine feste, metallene Form umgewandelt werden. Auch wer meint, er habe sowieso nichts, sollte sich zumindest darüber Gedanken machen, wie er seine Ausgaben drastisch senkt, denn die Einnahmen oder deren Kaufkraft könnten gleichfalls schon bald sehr stark sinken. Und wer Schulden hat, muss diese unbedingt loswerden, sonst droht eine zusätzliche persönlichen Katastrophe.

Weitere Artikel aus dem Themenbereich Crash »

Ihr Kommentar