Nach zwölfstündigen Verhandlungen haben sich die Finanzminister der Euro-Länder am Dienstagmorgen darauf verständigt, den Griechen diese Hilfe zu gewähren: Sie stimmten einem neuen Hilfspaket zu, das den klammen Partner mit 130 Milliarden Euro unterstützen soll. Das Ziel, die Staatspleite abzuwenden, ist damit vorerst erreicht.
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Vor allem Banken, Versicherungen und Fonds werden nach den neuen Absprachen stärker finanziell in die Pflicht genommen als ursprünglich geplant. Sie verzichten auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen an Griechenland.
107 Milliarden Euro Erleichterung bringt der Schuldenschnitt den Griechen, also knapp 10.000 Euro pro Nase im Land. Das ist doch schon mal was, bleiben nur noch 22.000 Euro übrig, ebenfalls pro Kopf.
Damit steigt die Laune der Euroretter jetzt natürlich auf Höchstwerte. So hat der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, direkt angekündigt, die EZB, also die europäische Goldman Sachs-Niederlassung, werde die Gewinne aus den griechischen Anleihen an die geldgebenden Banken ausbezahlen.
Ob er das nun tatsächlich ernst meinte, sei einmal dahingestellt, denn wenn er diesen Unsinn wirklich selbst glaubt, dann ist ihm nicht mehr zu helfen. Griechenland ist nämlich keinesfalls über den Berg, schließlich beträgt der Schuldenschnitt der privaten Gläubiger nur 53,5%. Somit verbleiben noch 46,5%, um Griechenland endgültig zu retten – oder zu befreien, je nach Betrachtungsperspektive.
Außerdem ist die Kuh sowieso noch gar nicht wirklich vom Eis, denn der IWF hat noch nicht über seine Beteiligung am “Rettungspaket” entschieden. Genauso wenig sicher ist der Umtausch der griechischen Anleihen, denn es gibt zwar offizielle Zusagen, aber ob sich genügend Banken daran beteiligen, ist völlig offen.
Selbst die “Experten” der EU-Diktatur sind unsicher, ob ihre Pläne gelingen und Griechenland nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig “gerettet” bleibt. In Wahrheit wissen sie natürlich ganz genau, dass sie jetzt lediglich einen rein formalen Sieg errungen haben, mit dem sie die Märkte wieder für ein paar Tage oder vielleicht sogar wenige Wochen beruhigen können.
Also bleibt alles unverändert problematisch? Richtig, denn schließlich wurde kein einziges Problem real gelöst, sondern nur ein paar Milliarden der riesigen Billionenschulden im System gestrichen. Selbst das Durchschlagen auf die eigentlichen Geldgeber, die Sparer nämlich, ist noch nicht erfolgt. Bisher blechen diese nur über die steigende Inflation. Das dicke Ende jedoch kommt erst noch.


