Google ändert seinen Umgang mit Nutzerdaten und will künftig alle Informationen, die man bei verschiedenen Diensten des Konzerns hinterlässt, gesammelt auswerten.
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Wenn ein Nutzer bei Google angemeldet ist, „können wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren“, erläuterte Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten in einem Blogeintrag. Kurz gesagt, werde man über alle Google-Dienste hinweg als ein Nutzer behandelt. Das solle für ein „einfacheres, intuitiveres Google-Erlebnis“ sorgen. Ein Nutzer kann das nur umgehen, wenn er nicht bei Google angemeldet ist.
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„Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran sind für ein Treffen, ausgehend von Ihrem Aufenthaltsort, Ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr.“
Problem Datenschutz: Google wird noch neugieriger
Google ist heute schon unglaublich neugierig und mancher Anwender wird sich mitunter über die verschiedenen “Hilfen” gewundert haben. Nicht nur den aktuellen Standort weiß die Suchmaschine, sondern auch die Interessen und zugehörigen Aktivitäten.
Wer beispielsweise Google Analytics verwendet, hat zwar eine hervorragende und sogar kostenlose Statistikauswertung seiner Website, allerdings hat Google genau dieselben Informationen vorliegen und kann diese gleich noch in Kombination mit hunderttausenden anderer Kunden ausloten.
Macht Google all das nur aus purer Neugier oder weil es dem Überwachungsstaat dient? Nein, in Wahrheit geht es um das Herausfinden von noch mehr relevanten Informationen über die Google-Nutzer, damit die Werbung noch passender und damit effektiver wird. Google kann damit seinen Werbekunden eine bessere Zielgenauigkeit bieten, damit diese mit möglichst wenig Streueffekten ihre Zielgruppen erreichen. Das hebt die Anzeigenqualität und damit auch den Verkaufspreis.
Natürlich wird seitens Google die Datenschnüffelei heruntergespielt und als reinen Vorteil für die Anwender verkauft, was auch in weiten Teilen durchaus stimmt. Aber das Problem ist: Niemand weiß, wer im Hintergrund noch auf diese Daten zugreifen kann und da Google seinen Sitz im Polizeistaat USA hat, bestehen grundsätzlich die schlimmsten Befürchtungen.
Wer bei Google verschiedene Dienste unter demselben Nutzerprofil nutzt, kann den jetzt angekündigten “Änderungen der Datenschutzbestimmungen” vielleicht dadurch entgehen, indem er für die einzelnen Funktionen jeweils ein eigenes Profil anlegt. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass der Datenmoloch im Hintergrund trotzdem die Zusammengehörigkeit erkennt oder dass die Auswertungen längst erfolgen und nun lediglich auf eine legale Basis gestellt werden sollen.
Seien Sie sich bitte darüber im Klaren, dass Google als Ihre Suchmaschine wahrscheinlich mehr über Sie und Ihre Interessen weiß, als Ihr eigener Ehepartner. Welche Schlussfolgerungen hieraus von Dritter Seite jeweils gezogen werden können, kann sich jeder selbst ausmalen.


