Schon wieder Warnung vor Rezession in der Eurozone

www.spiegel.de
24
Januar 2012
18:37

Die Schuldenkrise in Europa bremst das weltweite Wirtschaftswachstum: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose für das Jahr 2012 kräftig nach unten korrigiert. Besonders düster sieht es in der Euro-Zone aus.

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Grund für die trüben Aussichten ist die Verschärfung der Euro-Krise im letzten Quartal 2011. In diesem Zeitraum sei sie “in eine gefährliche neue Phase getreten”, befindet der IWF.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) soll nach dem Willen des IWF weiterhin die geldpolitischen Zügel lockerlassen, da noch mehr Liquidität benötigt werde. Zudem solle die EZB nach wie vor “voll engagiert” Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Italien oder Spanien kaufen.

meint dazu:

Vor einigen Monaten wollte es noch niemand wahrhaben, jetzt übertrumpfen sie sich mit ihren schlechten Nachrichten schon gegenseitig. Immerhin, die sogenannten “Experten” und der Mainstream kommen ganz allmählich in die Realität zurück. Mal sehen, ob sie es bis zum finalen Knall noch auf den Boden der Tatsachen schaffen.

An schlauen Empfehlungen lassen es diese neuerlichen Krisenschreier auch nicht mangeln, wenngleich natürlich von ihrer Seite nichts Sinnvolles zu erwarten ist. Woher denn auch, viele dieser Typen scheinen nicht einmal die Ursache der Probleme zu erkennen und die Ausweglosigkeit der Situation zu begreifen.

Daher sind ihre Tipps auch nur Schall und Rauch: Länder mit finanziellen Spielräumen, natürlich ist damit insbesondere die BRD gemeint, sollten ihre Ausgaben keinesfalls einschränken, damit die Nachfrage nicht sinkt. Und den Banken der Eurozone sollen weitere Kapitalspritzen helfen – besser gesagt, ihren schnellen und vorzeitigen Tod verhindern.

Besondere Angst scheint der IWF vor einer Kreditklemme, also einer Deflation zu haben, denn er warnt vor einem Schuldenabbau der Geldinstitute. Nun, keine Sorge lieber IWF, weder die Banken noch die Eurostaaten haben vor, ihre Schulden zu tilgen geschweige denn, dass sie dazu in der Lage wären. Die Beteiligten sind im Augenblick schon froh, wenn sie noch mit ein paar symbolischen Euros aus irgendwelchen Rettungsschirmen ihre Zinszahlungen andeuten können.

Ist es nicht erstaunlich, wie sich seit einigen Wochen die negativen Prognosen von offizieller Seite häufen? Scheinbar haben ein paar dieser Leute aus der jüngeren Vergangenheit gelernt und wollen später beim Zusammenbruch mit der Ausrede trumpfen: “Ich hatte euch gewarnt.”

Im Grunde heißt das, diese “Experten” haben den Euro und vermutlich das gesamte Finanzsystem bereits aufgegeben, denn warum sollten sie ansonsten plötzlich ihre Meinung ändern? Schließlich hat sich die Lage nicht wesentlich verändert seit deren Aufschwung-Lügerei vor gar nicht allzu langer Zeit und damals wollte noch niemand etwas von Rezession oder Staatspleiten wissen.

Es verheißt sicherlich nichts Gutes, wenn sich jetzt also schon die Ratten auf den Weg nach Hause machen und das sinkende Schiff verlassen bzw. mit mahnenden Worten auf die hilflosen Kapitäne einreden.

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