Ungeachtet der massiven Drohungen aus der Türkei hat Frankreich das Leugnen des “Völkermordes” an den Armeniern unter Strafe gestellt.
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Die Türkei hatte für den Fall, dass das Gesetz verabschiedet wird, verschärfte Sanktionen gegen Frankreich sowie eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angedroht. [...] Im Fernsehsender CNN Türk nannte er das Gesetz “null und nichtig”.
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Selbst Regierungsvertreter wie Außenminister Alain Juppé brachten Vorbehalte zum Ausdruck, weil sie um die Beziehungen zum Nato-Partner Türkei fürchten.
Am Verhalten der Türkei wird deutlich, wie wenig diplomatisch und unbeherrscht selbst die Führungsriege des Landes ist. Sofort werden die Fäuste geballt und wild herumgestikuliert:
“Was machs du misch an? Soll ich disch susammetrete?”
Wahlkampfmanöver hin oder her, mit seiner Geschichte muss ein Land umgehen können, auch wenn sie unschön ist. Wenn nichts Wahres dran ist, warum widerlegt die Türkei dann nicht einfach die Vorwürfe? Stattdessen werden “verschärfte Sanktionen” angedroht.
Mit was will die Türkei eigentlich drohen? Mit steigenden Kosten für den Import von Teppichen und Kleidung nach Frankreich? Oder vielleicht gar mit noch mehr Migration? Letzteres wäre tatsächlich eine ernstzunehmende Drohung, denn die politische Korrektheit gegenüber Ausländern in Frankreich ist immer noch so groß, dass sich das Land nicht gegen diese Form von Sanktion wehren könnte.
Auch wenn das ganze Geschehen auf den ersten Blick lachhaft erscheinen mag, es wurden schon Kriege wegen geringerer Streitigkeiten angezettelt. Und schon allein deswegen, weil sich die Türkei in Sachen Iran ziemlich eindeutig auf die Seite Russlands geschlagen hat, sollten die osmanischen Emotionen niemals unterschätzt werden, was offensichtlich auch von Teilen der französischen Regierung so gesehen wird.


