Trend zur Leiharbeit: Moderne unverbindliche Sklavenhaltung

Dieter Schütz / pixelio.de

Zitat von www.welt.de:

Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland hat im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht und nähert sich der Millionengrenze.

[…]

Rund ein Drittel der Leiharbeiter sei als Hilfspersonal tätig gewesen. „Leiharbeit stellt eine Beschäftigungsperspektive für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer dar“, heißt es in einer Analyse der BA.

Kommentar von crash-news.com:

Eine der Hauptursachen für den steigenden Trend von Leiharbeit ist zweifellos die gesetzliche Lage. Wer als Unternehmer erstmalig vom Einmann-Betrieb auf zusätzliches Personal umstellt und Mitarbeiter anstellt, der wird nicht nur von gesetzlichen Vorschriften und unglaublichem Papierkram erschlagen, sondern auch von hohen Zusatzkosten.

Sollte sich dann auch noch ein „faules Ei“ ins Nest geschlichen haben, wird es richtig lustig, denn einen Mitarbeiter zu entlassen kann unter Umständen zu einem regelrechten – häufig sehr teuren – Kampf ausarten. Kein Wunder also, dass die Leiharbeit solchen Zulauf hat, denn mit solchen Problemen hat ein Unternehmer dann kaum mehr zu kämpfen.

Die Kehrseite der Medaille sind oft schlecht qualifiziertes Personal und dadurch bedingt eine höhere Fluktuation, was bei einarbeitungsintensiven Stellen zu hohem zeitlichem Zusatzaufwand für den Unternehmer führen kann.

Aber die Gewissheit, unfähige, unwillige oder zu teure Mitarbeiter jederzeit und ohne lange Fristen wieder loswerden oder im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten den Personalstamm vorübergehend verkleinern zu können und dabei auch noch Geld zu sparen, wiegt für viele Arbeitgeber die Nachteile wieder auf. Zum Leidwesen der Zeitarbeiter, denn für sie bedeutet all dies einen Freibrief zur Ausbeutung, was zwar nicht sein muss, aber fast die Regel ist.

Wer es dagegen wagt, sich auf eigene Füße zu stellen, z.B. als Selbstständiger und die notwendige Durststrecke durchlaufen will und kann, der muss sich nicht auf diese neumodische Art von Sklaverei einlassen, denn damit ein Zeitarbeiter überhaupt rentabel ist und für den Vermittler auch noch genügend Profit abwirft, ist der mögliche Verdienst für den Sklaven selbst häufig am unteren Limit angesiedelt.

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