Lohnsteigerungen gleichen selbst offizielle Inflationsrate nicht aus

www.spiegel.de
20
Januar 2012
16:49

2011 war für Arbeitnehmer ein ungerechtes Jahr: Zwar lagen die Tarifabschlüsse höher als 2010, die Preise aber sind noch schneller gestiegen.

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Die Spannweite der Tariferhöhung reicht der Studie zufolge von einem Einkommensplus von nur 1,1 Prozent bei Finanzdienstleistern bis zu 2,8 Prozent bei den privaten Dienstleistungen.

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Es gibt aber auch einen kleinen Lichtblick: Durch den Rückgang der Kurzarbeit, mehr Überstunden und nicht tariflich geregelten Bonuszahlungen in manchen Betrieben, vor allem Banken, stiegen die effektiven Bruttoeinkommen stärker als die Tarifverdienste. Hier lag das Plus bei 3,4 Prozent – nach Abzug der Inflation blieb also noch ein Kaufkraftgewinn von 1,1 Prozent übrig.

meint dazu:

So sieht es also in Wirklichkeit mit dem XXL-Aufschwung aus: Die Einkommen der meisten Arbeitnehmer sind im Jahr 2011 unter dem Strich geschrumpft. Und das schon im Vergleich zur offiziellen und extrem geschönten Inflationsrate.

Viele spüren sie zwar längst am eigenen Portemonnaie, aber da die Politik stets stark beschwichtigt, nehmen die meisten Menschen die Inflation nicht im vollen Ausmaße wahr. Wenn sie jedoch erfahren würden, dass ihre Gehälter bereits seit Jahren im Vergleich zur echten Inflationsrate kontinuierlich und in einem weitaus größeren Umfang an Kaufkraft verloren haben, würden sicher viele sehr wütend auf unsere Regierung.

Eigentlich gibt es für einen mündigen Bürger gar keinen Grund, der geschönten Inflationsrate von Seiten der Regierung überhaupt zu glauben, sobald ihm einmal die Diskrepanz zwischen den behaupteten Zahlen und der Realität aufgefallen ist. Aber die meisten Menschen sind heute derart obrigkeitshörig, dass sie der gleichgeschalteten Propaganda am Ende trotzdem mehr Glauben schenken.

Ein solcher Prozess der langsamen Enteignung – um nichts anderes handelt es sich bei Inflation – funktioniert daher äußerst zuverlässig und fast ohne jeglichen Widerstand. Weil die Menschen völlig geldfixiert sind, erkennen sie weder diese Gefahr noch sehen sie den möglichen Ausweg aus diesem Prozess. Erst wenn es quasi schon zu spät ist, wird vielen klar, was hier abläuft.

Trotzdem hat zum Glück gerade das deutsche Volk ein recht sensibles Gespür für Inflation und zumindest ein Teil der Bürger weiß noch, was zu tun ist. Anstatt das sauer verdiente Papiergeld in Konsumtempeln auf den Kopf zu hauen wandeln sie es in echtes “Geld”, nämlich Gold und Silber um.

Neben der persönlichen Vorsorge und dem Erhalt der eigenen Arbeitsleistung leistet dies auch noch einen Beitrag dazu, dem Regierungsgesindel langsam den Boden unter den Füßen wegzureißen. Wenn nämlich eine bestimmte Menge an Bürgern dem Geld nicht mehr vertraut, beginnt eine Panikflucht aus dem Euro und die Machthaber werden mitsamt der implodierenden Währung umgerissen. Hoffentlich jedenfalls.

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