Griechenland auf der Zielgeraden – nur auf welcher?

www.n-tv.de
20
Januar 2012
11:56

Bei den komplizierten Gesprächen um einen Schuldenschnitt für Griechenland ist Licht am Ende des Tunnels. Nach Angaben des Internationalen Bankenverbandes IIF befindet man sich auf der Zielgeraden.

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Die privaten Gläubiger, darunter Banken und Hedgefonds, sollen bestehende Anleihen in neue tauschen, dabei auf Teile ihrer Forderungen verzichten und auch niedrigere Zinsen in Kauf nehmen.

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Der Schuldenschnitt dürfte die Banken nach Schätzungen griechischer Finanzexperten mehr als die 50 Prozent kosten, von denen häufig die Rede ist: Die reellen Einbußen könnten aufgrund der geringeren Zinsen bis zu 68 Prozent der ursprünglichen Anlagen betragen.

meint dazu:

Ganz allmählich fasst die Realität in Griechenland Boden unter den abgehobenen Füßen. Zwei Drittel der Einlagen sind damit für die Gläubiger im Eimer. Wer diese Zeche bezahlen darf, dürfte klar sein: Das Geld wird von den Kleinanlegern geholt bzw. es war einmal deren Sparvermögen.

Insgesamt 100 Milliarden Euro an Schulden sollen auf diese Weise Griechenland quasi erlassen werden. Doch damit nicht genug. Dies ist eine der Voraussetzungen, damit Griechenland das zweite Hilfsprogramm erhält, ganze 130 Milliarden Euro. Auch diese kommen im Endeffekt aus den Taschen der Bürger bzw. werden zu Lasten dieser gedruckt.

Wer sich einmal vor Augen hält, mit welchen Wahnsinnssummen alleine schon für Griechenland bereitgestellt werden und welche Verluste die Anleger bisher bereits hinnehmen müssen, der braucht nur einen kurzen Blick auf Italien, Spanien und Portugal zu werfen, um zu erkennen, dass diese Retterei irgendwann ein jähes Ende erleben wird.

Aber wir sollten trotzdem noch nicht zwingend von einem baldigen Ende ausgehen. Das kann zwar geschehen durch verschiedene unvorhersehbare Eskalationen, nur werden die Retter nicht aufgeben, solange sich ihnen eine weitere Möglichkeit des Hinauszögerns des Crashs bietet. Schließlich hängt ihre Existenz als Politiker davon ab, vielleicht sogar ihr Leben.

Hier kämpfen verwundete Tiger ihren letzten Kampf und werden nicht zögern, zu den äußersten Mitteln zu greifen. Daher sollte niemand ein gutes Ende erwarten, wenn davon die Rede ist, Griechenland befinde sich auf der Zielgeraden. Diese Zielgerade führt nämlich direkt in den Abgrund.

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